Bunt statt Braun - Bad Hersfeld gegen Rechtsextremismus

Bunt statt braun Hersfeld-Rotenburg

Bündnis von Organisationen und Einzelpersonen, welches sich gegen Rechtsextremismus und für Menschen in Not einsetzt.

Interessierte können zu den monatlichen Treffen und zu den organisierten Veranstaltungen kommen und mitmachen.

Telefonnummer: 0 66 73 - 91 84 63

www.buntstattbraun-hef-rof.de


AKTUELLES

Neue Arbeitsgruppe zur Geschichte der Region

Aus dem Bündnis Bunt statt Braun Bad Hersfeld-Rotenburg heraus wird sich am Dienstag, den 15.11. um 19 Uhr, im FREIraum, in der Badestube 20 in Bad Hersfeld eine neue Arbeitsgruppe gründen.

Diese will historische Hintergründe erarbeiten und öffentliche Termine organisieren. Inhaltlich sollen besondere geschichtliche Ereignisse und Orte der Region aufgegriffen werden. Angedachte Themen sind: Die besondere Geschichte der Sinti in Bad Hersfeld, die Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung in der Region, der Einsatz von Zwangsarbeitern in Hersfelder Betrieben zur Zeit des NS-Regimes, die Rolle des Bahnhofs Bebra beim Transport in die Vernichtungslager der Nazis und die Treffen ehemaliger SS-Angehöriger Ende letzten Jahrhunderts in Bad Hersfeld. Die Gruppe strebt eine Zusammenarbeit mit Zeitzeug*innen und Schulen der Region an.

Wer Interesse hat mitzuwirken, wendet sich an den Projektkoordinator Hartmut Futterlieb, Tel.: 06621 / 74905, E-Mail: hartmut.futterlieb@t-online.de  

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Soli-Konzert im JuZe Bad Hersfeld am 29. Oktober

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Exkursion zum KZ Pfaffenwald am 18. September

 

Zur Erinnerung an das, was geschehen ist und zur Mahnung, dass sich so etwas nicht wiederholen möge, organisiert das Hersfelder Aktionsbündnis „Bunt statt Braun“ eine Veranstaltung im ehemaligen Lager Pfaffenwald am Sonntag, 18. September. Wer teilnehmen möchte, findet sich um 15 Uhr in Asbach, Mühlestraße, kurz hinter der Mühle, ein. Von dort wird in Fahrgemeinschaften weitergefahren. Da die Veranstaltung im Wald auf unbefestigten Wegen stattfindet, ist festes Schuhwerk notwendig. Im Falle von Dauerregen wird alles in das Gasthaus Herzog in Asbach verlegt.

An der Veranstaltung wirken weitere Kooperationspartner, unter anderem das Netzwerk Fulda Aktiv gegen Rassismus, mit. Susanne Hofmann aus Bad Hersfeld wird über ihre Recherchen zum ehemaligen Lager Pfaffenwald berichten.

 

 

Hintergrund: KZ Pfaffenwald bei Bad Hersfeld

 

Bei Asbach, in der Nähe von Bad Hersfeld, findet sich ein Zeugnis nationalsozialistischer Greueltaten. Im Pfaffenwald befand sich nicht nur ein Friedhof, sondern auch ein Gefangenen- und Krankenlager für Zwangsarbeiter, die dort unter elenden Bedingungen lebten und starben. Ein Gastbeitrag von Ernst-Heinrich Meidt aus Kirchheim.

 

Errichtet als Arbeiterlager für Bauarbeiter
Das Lager Pfaffenwald entstand im Zusammenhang mit dem Bau der Reichsautobahnen im damaligen Kreis Hersfeld. Dieser war ab Frühjahr 1935 vom Autobahnbau in massiver Weise berührt, denn die Strecken Gießen – Eisenach und Fulda – Kassel  durchquerten das Kreisgebiet. Entlang der Autobahnen entstanden ab Herbst 1937 zahlreiche Reichsautobahn-(RAB-)Lager, zum Beispiel bei Kirchheim, Reckerode, Neuenstein, Breitenbach/H, Solms,  Hattenbach, Asbach, zwei bei Hersfeld, Sorga, Friedewald und Hönebach. Insgesamt gab es im Kreis Hersfeld Ende 1938 zwölf RAB-Lager.
Errichtet und betrieben wurden diese Lager von Privatunternehmen, großen Gesellschaften, die meistens reichsweit tätig waren. Sie dienten der Unterbringung und Verpflegung derjenigen Arbeiter, die weiter entfernt wohnten. Das Lager Pfaffenwald entstand 1938 und hatte eine Kapazität von ca. 500 Plätzen. Es bestand aus fabrikneu angelieferten Holzbaracken. In fünf Schlaf- und Wohnunterkünften waren jeweils 50 bis 100 Arbeiter untergebracht. Das Lager verfügte über eine eigene Wasserversorgungsanlage und über drei Sanitärbaracken mit Waschräumen und Toiletten. In einem großen Funktionsgebäude befand sich der Speisesaal, der auch als Veranstaltungsraum diente. Die aufwändige Ausstattung sollte dem „Lagerkoller“ entgegenwirken und der Bevölkerung demonstrieren, was für die Arbeiter getan wurde. Schenkt man der Hersfelder Zeitung Glauben, die wie die gesamte deutsche Presse damals gleichgeschaltet war, muss die soziale und kulturelle Betreuung in den RAB-Lagern vorbildlich gewesen sein. Die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ (KdF), eine Untergliederung der Deutschen Arbeitsfront (DAF), kümmerte sich um den „Feierabend der Schaffenden“, organisierte Volkstanz- und Theateraufführungen, Chor- und Konzertdarbietungen, Filmvorstellungen und zahlreiche Bunte Abende. An Tagen der offenen Tür konnten sich die Angehörigen der Arbeiter und die Bevölkerung der umliegenden Dörfer einen Eindruck von der Unterbringung verschaffen, die noch Jahrzehnte später von vielen Augenzeugen gelobt wurde.
Kriegsgefangenenlager
Diese Situation änderte sich schlagartig mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Nach dem „Frankreichfeldzug“ war ab Sommer 1940 eine Gruppe von vermutlich 50 bis 100 französischen Kriegsgefangenen vom STALAG (Stammlager) Trutzhain bei Ziegenhain zum Lager Pfaffenwald abkommandiert. Polnische Kriegsgefangene kamen nach dem deutschen Überfall auf Polen in mindestens derselben Größenordnung dazu, später auch sowjetische. Diese Kriegsgefangenen waren im Gegensatz zu den deutschen Arbeitern in mehreren mit Stacheldraht umzäunten Baracken untergebracht. Sie wurden ständig von einer Wachmannschaft bewacht, mussten sich ihre Verpflegung selbst zubereiten und bekamen auch keinen Lohn.
Nach der weitgehenden Fertigstellung der Asbacher Talbrücke im Juni 1941 wurden die ersten Gruppen von Arbeitern aus dem Lager abgezogen und anderweitig eingesetzt. Die französischen und polnischen Zwangsarbeiter blieben noch bis Februar 1942 im RAB-Lager, das vermutlich im März 1942 aufgelöst wurde.

Krankenlager für Zwangsarbeiter
Über die weitere Geschichte des Lagers gibt ein Faltblatt Auskunft, das Anfang 2016 vom Hersfelder Geschichtsverein herausgegeben wurde und hier in Auszügen übernommen wird.
Ab September 1942, also im dritten Kriegsjahr, wurde die Funktion des Lagers geändert. Unter der Leitung und Verwaltung des Arbeitsamtes Hersfeld dienten die Baracken als Sammel-, Durchgangs- und Krankenlager für erkrankte arbeitsunfähige polnische und sowjetische Zwangsarbeiter, die in die hiesige Region verschleppt worden waren. Angeschlossen war eine Entbindungsstation für Zwangsarbeiterinnen.
Bis Mitte 1943 wurden schwangere und arbeitsunfähige Zwangsarbeiterinnen in die damaligen Ostgebiete abgeschoben. Dazu wurden sie im Lager Pfaffenwald gesammelt und, wenn ein Zug voll war, vom Bahnhof Asbach aus abtransportiert.
Im Verlauf des Krieges, als die deutschen Truppen immer mehr der eroberten Gebiete wieder aufgeben mussten, wurden die Rücktransporte eingestellt. Die Situation der Menschen im Lager verschlechterte sich in der Folge dramatisch. Immer mehr Menschen wurden eingeliefert, das Lager war bald überfüllt, viele starben. Hygiene war fast nicht mehr möglich, Krankheiten wie offene Tuberkulose grassierten. Um den größten Hunger zu stillen, sammelten die Lagerinsassen Bucheckern und Heidelbeeren, mehr gab der Wald nicht her.
Wer noch dazu in der Lage war, arbeitete tagsüber auf Bauernhöfen in der Umgebung, wodurch die Versorgung mit Lebensmitteln oft verbessert werden konnte. Die medizinische Aufsicht unterstand dem Gesundheitsamt, sogenannte „Ostärzte“ sollten die medizinische Betreuung realisieren, was infolge mangelhafter Ausstattung und Versorgung allerdings faktisch unmöglich war. Neben körperlichen Misshandlungen waren die Lagerbewohner Demütigungen durch das Aufsichtspersonal ausgesetzt.
Belegt ist, dass das Lager Pfaffenwald auch als „Entbindungs- und Abtreibungsstation“ fungierte. 758 sowjetische und polnische Kinder wurden hier zwischen September 1942 und März 1945 geboren, von ihren Müttern unter katastrophalen hygienisch-medizinischen Bedingungen zur Welt gebracht in einer Waschbaracke, deren Fundament noch erhalten ist.
Aus dem ursprünglichen Arbeitslager wurde bis zum Kriegsende 1945 ein Sterbelager, weil die Menschen völlig entkräftet waren und in der Folge an Durchfall litten oder an Tuberkulose starben. Ihre Leichen wurden auf dem deutlich mehr als einen Kilometer entfernten Lagerfriedhof beigesetzt. Dazu mussten sie unter großen körperlichen Strapazen von anderen Insassen dorthin geschafft werden. Der Lagerfriedhof Pfaffenwald wurde 1960/61 mit Unterstützung der Bundeswehr in eine Kriegsgräbergedenkstätte des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VdK) umgewandelt, die im Mai 1961 eingeweiht wurde.

Verdrängung und Aufbereitung
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Existenz des Lagers Pfaffenwald weitgehend verdrängt. Die öffentliche Meinung befasste sich lieber mit dem Friedhof Pfaffenwald. Bis Ende der 1970er Jahre glaubten viele, hier seien im Krieg umgekommene ausländische Soldaten oder Kriegsgefangene beerdigt worden; von Zwangsarbeitern war kaum die Rede.
Im November 1982 erschien in „Mein Heimatland“, der Monatsbeilage der Hersfelder Zeitung, eine ganze Ausgabe, in der Brunhilde Miehe aufgrund von Zeitzeugenaussagen erstmalig detailliert über das Lager Pfaffenwald berichtete.
In den Jahren 1981-1983 forschte die damalige Asbacher Studentin Susanne Hohlmann (heute Hofmann) zu diesem Thema und legte ihre Untersuchungsergebnisse in gedruckter Form 1984 der Öffentlichkeit vor. Diese bislang ausführlichste Dokumentation über das Lager Pfaffenwald kann man auch im Internet einsehen, unter dem Link https://kobra.bibliothek.uni-kassel.de/bitstream/urn:nbn:de:hebis:34-2008031820849/1/HofmannPfaffenwald.pdf

 

Kundgebung gegen AfD

Fotos und Berichte von der Kundgebung von "bunt statt braun HEF ROF" gegen die AfD in Friedlos am 27, Mai 2016

 

Stellungnahme:

Das Bündnis bunt statt braun Hersfeld-Rotenburg warnt beim Umgang mit der AfD: Wachsamkeit statt Ignoranz!

 

 

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